Giftiger Elektroschrott führt zum Verlust endlicher Ressourcen führt

Jährlich fallen fünfzig Millionen Tonnen Elektroschrott an. Dies entspricht dem fast 4.500-fachen Gewicht des Eiffelturms. Ein Großteil des Schrotts wird verbrannt oder auf Deponien gelagert, was zu Umweltverschmutzung, Gefahren für die menschliche Gesundheit und dem Verlust wertvoller endlicher Ressourcen führt.

Laut dem Global E-Waste Monitor der Universität der Vereinten Nationen werden jährlich rund 50 Millionen Tonnen elektrischer Produkte entsorgt. Elektroschrott ist somit weltweit der am schnellsten wachsende Bereich in Sachen Abfallaufkommen. Seine Menge wird bis 2021 auf 52,2 Millionen Tonnen geschätzt, sofern sich dieser Trend nicht umkehrt. Es gibt mehrere Aspekte, die diese Steigerung begünstigen. Die Weltbevölkerung wächst und der wirtschaftliche Wohlstand erreicht immer mehr Menschen. Die technologische Entwicklung vollzieht sich rasant und die Preise für IT-Produkte sinken stetig, was zu immer kürzeren Produktlebenszyklen führt. Die Industrienationen haben weiterhin den größten Anteil an diesem Problem, aber die Entwicklungsländer holen dabei schnell auf.

Elektroschrottexporte gefährden die Gesundheit bedrohter Gemeinschaften

Die Mehrzahl aller Länder hat Schwierigkeiten, mit diesen riesigen Mengen an entsorgten Produkten verantwortungsbewusst und ressourceneffizient umzugehen. Im Jahr 2016 wurden weltweit nur 20 Prozent des Elektroschrotts recycelt. Da schwerpunktmäßig die Müllsammlung im Vordergrund stand, wurden nicht genügend Anstrengungen unternommen, um eine Infrastruktur für die Abfallentsorgung oder die sichere Verwertung von Altmaterialien aufzubauen. Dies hat zu einem Mangel an Anlagen geführt, in denen Elektroschrott sicher entsorgt werden kann. Stattdessen wird Elektroschrott mit Hausmüll vermischt, der er oft verbrannt, auf Deponien gelagert oder in Entwicklungsländer exportiert wird. Exporteure von Elektroschrott wählen als Ziele für solche internationalen Transporte im Allgemeinen Ländern aus, in denen es an einer wirksamen Gesetzgebung mangelt, die den sachgemäßen Umgang mit Elektroschrott regeln würde.

Der Export von Elektroschrott wird von zwei Hauptfaktoren bestimmt: der Nachfrage nach preiswerter Elektronik in den Importländern und der Tatsache, dass es billiger ist, Elektroschrott zu exportieren, als ihn im Inland nach strengeren Sicherheitsvorschriften zu entsorgen. Westafrika und Teile Asiens werden dabei häufig als Deponien genutzt. In diesen Ländern lebt die lokale Bevölkerung von der Gewinnung und dem Verkauf von Wertstoffen. Die Produkte werden von Hand zerlegt, unter freiem Himmel verbrannt oder von ortsansässigen Arbeitern, einschließlich Kindern, ohne angemessene Schutzausrüstung in Säure aufgelöst – was schwere gesundheitliche Schäden zur Folge hat.

Elektroprodukte enthalten eine Reihe giftiger Substanzen, die für die menschliche Gesundheit gefährlich sind. Sie stehen in Verbindung mit dokumentierten Gefahren für das Nervensystem des Gehirns, die Lunge und die Nieren. Zudem werden bestimmte Krebsarten mit ihnen in Verbindung gebracht. Toxische Stoffe können aus dem Elektroschrott austreten und somit Boden, Luft und Wasser verseuchen. Damit beeinträchtigen sie die umliegenden Ökosysteme, in denen die lokalen Bevölkerung ihre Nahrung anbaut, auf die Jagd geht und Fische fängt. Die Schadstoffe breiten sich zudem über die Luft und das Meer bis auf andere Kontinente aus.

Eine Verschwendung wertvoller Ressourcen

Die derzeitige Art der Entsorgung von Elektroschrott ist nicht nur ein Risiko für die menschliche Gesundheit und die Umwelt, sondern hat auch negative wirtschaftliche Auswirkungen. Elektroprodukte enthalten eine Vielzahl begrenzter, wertvoller Ressourcen, die auch für die Deckung der Bedürfnisse zukünftiger Generationen unerlässlich sind. Für das Jahr 2016 wurde geschätzt, dass der angefallene Elektroschrott Gold, Silber, Kupfer, Platin, Palladium und andere verwertbare Materialien im Wert von 55 Milliarden Euro enthielt.

Die Kreislaufwirtschaft – Vermeidung von Elektroschrott und gleichzeitige Wiederverwendung von Materialien

In der Kreislaufwirtschaft sind die Produkte für eine längere Wiederverwendung ausgelegt und Abfälle werden vermieden. Wenn ein Produkt das Ende seiner Nutzungsdauer erreicht hat, verwandeln sich Materialien in wertvolle Ressourcen, die zur Herstellung neuer Produkte verwendet werden können. Ziel ist es, dass kein Abfall entsteht. Stattdessen werden die Materialien weiter genutzt und im Laufe der Zeit lediglich verformt.

Für die IT-Branche bedeutet dies, Produkte zu entwickeln, die langlebig, aufrüstbar, reparierbar und wiederverwendbar sind. Sie sollten zerlegbar sein, und im Falle wichtiger Komponenten muss ein Austausch gewährleistet sein. Reparaturanleitungen für das Produkt sollten zur Verfügung gestellt werden. Zudem muss es möglich sein, Daten sicher zu entfernen, damit das Produkt von einem zweiten Besitzer wiederverwendet werden kann, ohne Daten Unbefugten zugänglich zu machen. Außerdem muss der Einsatz von Schadstoffen reduziert oder ganz vermieden werden. Andernfalls kann es schwierig oder gar unmöglich sein, die Materialien zu recyceln, sobald das Produkt das Ende seiner Nutzungsdauer erreicht hat.

Was Sie tun können

Verwenden Sie Ihre Produkte so lange wie möglich. Dies ist das Effektivste, was Sie tun können, um Elektroschrott und dessen negative Folgen für unseren Planeten zu minimieren.

Entscheiden Sie sich für Produkte, die so konzipiert sind, dass sie das Modell einer Kreislaufwirtschaft unterstützen und gleichzeitig mehrfach wiederverwendet werden können, indem sie repariert, aufgerüstet und wiederaufbereitet werden.

Überlegen Sie, ob jemand anderem das Produkt von Nutzen sein könnte, sobald Sie es nicht mehr verwenden. Verkaufen Sie es oder spenden Sie es für wohltätige Zwecke.

Stellen Sie sicher, dass das Produkt am Ende seiner Nutzungsdauer auf sichere und verantwortungsvolle Weise recycelt wird.

Wie TCO Certified dabei hilft, das Problem des Elektroschrotts anzugehen?

Die Kriterien von TCO Certified basieren auf einem zirkulären Ansatz, der die Entwicklung von Produkten fördert, die langlebig, reparierbar, aufrüstbar und recycelbar sind.

  • Die Kriterien decken alle Phasen des Produktlebenszyklus ab: Materialbeschaffung und -herstellung, Nutzung und Wiederverwendung, Verwertung und Recycling.
  • Um Elektroschrott zu vermeiden, müssen Produkte reparierbar und aufrüstbar sein, damit sie für lange Zeit funktionstüchtig bleiben.
  • Zertifizierte Produkte müssen mindestens ein Jahr Garantie haben und Ersatzteile müssen mindestens drei Jahre lang verfügbar sein, auch nachdem das Produktmodell nicht mehr hergestellt wurde.
  • Der Markeninhaber muss eine Software zur Verfügung stellen, die Daten sicher und kostenlos vom Gerät entfernt, damit das Produkt recycelt werden kann, ohne Gefahr zu laufen, dass Daten Unbefugten zugänglich gemacht werden.
  • Der Markeninhaber ist dafür verantwortlich, Rücknahmemöglichkeiten für ausgediente Produkte anzubieten.
  • Produkte für den mobilen Gebrauch müssen langlebig sein sowie hohen als auch tiefen Temperaturen standhalten.
  • IT-Produkte werden oft gegen neuere ausgetauscht, weil die Akku-Performance nachgelassen hat. TCO Certified enthält Kriterien hinsichtlich der Akkulaufzeit und dessen Austauschbarkeit.
  • Computer und Mobil-Produkte müssen über einen USB-Anschluss Typ C verfügen. Durch die Verwendung einer standardisierten Steckverbindung müssen weniger Kabel hergestellt werden und die Wiederverwendung von Kabeln kann zunehmen.
  • Durch eine reduzierte Anzahl von Schadstoffen können Materialien sicher recycelt und über einen langen Zeitraum hinweg wiederverwendet werden, wobei die stetig strenger werdende Gesetzgebung berücksichtigt wird.

TCO Certified ist die weltweit umfassendste Nachhaltigkeitszertifizierung für IT-Produkte und hilft Ihnen dabei, verantwortungsvolle Produktentscheidungen zu treffen, die die Branche in eine nachhaltige Richtung lenken. Der Einsatz von TCO Certified unterstützt Ihr Unternehmen auch dabei, den nächsten Schritt in Sachen sozialer und ökologischer Verantwortung zu gehen.

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Informationsquellen
  • The Global E-waste Monitor 2017. The United Nations University, the International Telecommunication Union, and the International Solid Waste Association, 2017.
  • Andreas Rehn, Certification Manger, TCO Development.